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Heil- und Küchenpflanze Fieberklee?

Fieberklee, einmal gesehen, nie mehr vergessen.

Fieberklee 003

Zunächst sei erwähnt: Die Pflanze Fieberklee und deren Namen ist irreführend. Sie hat nichts, aber auch garnichts mit Fieber oder dessen Behandlung auch nur annähernd zu tun. Doch woher kommt dann die Namensgebung? Es gibt viele volkstümliche Namen zum Fieberklee. So soll im Volksmund als Biberklee, Bitterklee, Dreiblatt, Monatsblume, Scharbocksklee, Sumpfklee, Wasserfieberkraut, Zottelblume, oder Ziegenlappen, benannt sein. Zu finden ist Fieberklee auf der nördliuchen Hemisphäre in bzw. an Gräben, den Moor- und Sumpfgebieten, Teichufern,  aber auch auf nassen Wiesen, bis zu 30 Zentimeter aufrecht wachsenden Pflanzen. Auch im Gartenteich kann man sie bisweilen sehen. Gerne gesellt sie sich mit anderen Feucht- bzw. Teichpflanzen wie dem Sumpfblutauge, der Braunsegge oder dem Sumpfveilchen sowie dem schmalblätterigen Wollgras. Erste Benennungen sind zu finden als Aufzeichnung vom Schweizer Arzt und Professor Konrad Gesner für Naturgechichte im Jahre 1543 im Almanach „VCatalogus plantarum latine“ unter der Bezeichnung Trifolium fibri wobei fibri gleich aus dem Lateinischen fieber bedeutend Biber ist. Demnach auch der Name Biberklee für den Fieberklee. Im Mittelalter gab man eine entsprechende Zubereitung aus Fieberklee tatsächlich bei fieberhaften Erkarnkungen wohlmeinden das der Name es herleitete. Bei feuchtem Asthma verabreichte man die Samen des Fieberklees, Semen trifolii fibrini. Auch waren religiöse Zeremonien unter Verwendung von Fieberklee, so am 15 August jeden Jahres, unter mystischen Bedingungen dargegeben. da wurden Sträuße in 9ner und 15ner „Buschen“ zusammengestellt und überwiegend als „Zauberpflanzemischnung angeboten als Talisman, zur Vertreibung böser Geister, als Sympathiepflanzen etc.

Tatsächlich ist es ein anmutig erscheinenden  Pflanze. Fieberklee gehört zur Familie der Menyanthaceae,  den Fieberkleegewächsen. Wissenschaftliche Bezeichnung Menyanthes trifoliata L.  (L. steht für den schwedischen Arzt und Botaniker Linné). Linné  hat als erster die Pflanze beschrieben und eine ausführliche Beschreibung verfasst. Diese ist im schwedischen Linné  Museum in Uppsala aufbewahrt. Der wissenschaftliche Name führt zurück auf   -anthos- übersetzt  Blüte, -men-  oder mensis, als den Monat zusammengesetzt  Menyanthes. Angenommen wird das sich der Name auf die Blütezeit, also einen Monat im April, Mai, Juni, sowie auf die Anwendung  im Monatszyklus der Frauen ergibt. Ebenso ist er früher bei Fieber eingesetzt worden, was jedoch nach heutigen Erkenntnissen in diesem Zusammenhang keine Wirkung hat. Der Name trifoliata ergibt sich aus den dreizähligen, einem Kleeblatt ähnlichen gestalteten Blättern.  Daraus wurde der deutsche  Name  Fieberklee. Es besteht eine Verwandtschaft zum Enzian, (Inhaltsstoff u.a. Gentianin) daher auch der bittere Geschmack. Der Geschmack der Blätter ist bitter.
Sind es die  weißen, zierlich und verfranst erscheinende Blüten, dazu noch zartrosa Knospen, welche das Bild einprägsam erscheinen lassen?    Auf jeden Fall ist es das
Wenn sie nach ober sichtbar auch klein erscheint so ist sie mit ihrem fingerdicken  Wurzelstock, dem Wurzelwerk, bis zu 3 Meter unter der Wasseroberfläche reichend.  Die Schwimmfähigkeit verdankt die Pflanze den in den Blattstilen und Wurzeln durchsetzten Luftröhren.  Dadurch ragen die Blüten und das Laub mitsamt dem Stil aus dem feuchten Untergrund oder sogar Teichen hervor. Da die Pflanze in Deutschland als gefährdet eingestuft ist darf sie nicht vom Standort entnommen werden.

Die hauptsächlich bekannten Inhaltsstoffe sind vor allem Menyanthin, dann Alkaloide, die Bitterstoffe Secoiridoidglykoside wie Dihydrofoliamenthin, Menthiafolin und Loganin,   Cumarine wie Braylin, Isochlorogensäure, Scopoletin und Scoparon,  Flavonoide wie Kämpferol,  als Monoterpenalkaloide Gentianin und Gentianidin (auch in Enzian enthalten), Gerbstoffe, Mineralien, ein geringer Anteil fettes Öl, Kaffeesäure, Palmitin, Quercetin, Saponin, Tannine, Triterpene. Verwendung finden die Pflanzenteile vom Fieberklee deren kleeartigen Blätter gesammelt während der Blütezeit.

Der große Wert der Heilpflanze liegt in den Wirkstoffen welche in der Lage sind einer Krankheit gegenüber vorzubeugen, bei eingetrener Krankheit zu lindern und schließlich eine Krankheit zu heilen.  Bereits aus dem Mittelalter ist bekannt das Tabernaemontanus, Bock den Fieberklee erwähnt. Der Pfarrer Kneipp verwendete  Fieberklee als “Blutreinigsmittel”. Die medizinische Anwendung des Fieberklee wurde erst spät erkannt. Dennoch sollte erwähnt werden das Fieberklee ähnlich der des Tausengüldenkrautes oder gelben Enzians ist, in der Wirkung allerdings weit dahinter steht. Vornehmlich sind es die Blätter und Wurzelteile welche zur Anwendung kommen. Zunächst war die Verwendung bei fiebrigen Erkrankungen angezeigt. Diese sind heute wissenschaftlichg nicht halktabr als mögliche Anwednungsform bei Fiebererkrankungen. Doch nach eingehender Beschäftigung ergab sich der Einsatz bei Verdauungs- und Oberbauchbeschwerden. In der Volksheilkunde wird Fieberklee bei Leber-Gallebeschwerden, sowie zur Magensaftsekretionssteigerung,  als auch bei entsprechenden Lungenerkrankungen, sowie Menstruationsbeschwerden, und bei Appetitlosigkeit,  eingesetzt. Ebenso kommt in der Naturheilkunde Fieberklee bei Trigeminusneuraligie zum Einsatz.  Der medizinische Einsatz bei Fieber ist umstritten. Inwieweit andere Erkrankungen in den Ausführungen oft zu lesenden Hilfen mit oder durch den Gebrauch von Fieberklee beeinflußt werden können entspricht zwar Erfahrungswerten ist jedoch medizinisch noch nicht nachweisbar.   Umschläge werden bei entsprechend diagnostizierten Hauterkrankungen aufgelegt. Wegen der möglichen Reizwirkung auf den Magen ist Fieberklee mit Vorsicht einzusetzen.
Es stehen die Blätter als Tee oder Dekokt zur Verfügung gemäß ärztlichem Rezept.

Die Homöopathie weis die Anwendung als  Trifolia fibrii in der Potenzierung  D1  bei Ohrensausen, Muskelschmerzen, Zahnbeschwerden, Magen-Darm Beschwerden, sowie bei Kopfschmerzen.   Bzw. nach dem Homöopathischen Arzneimittelbuch 34 als Menyanthes trifoliata, die während der Blütezeit gepflückte frische und ganze Pflanze. Anwendung bei Erkrankungen im zentralen Nervensystem (ZNS), bei Kopfschmerzen und Muskelschmerzen, grippalen Infekten und Fieber.
Das tägliches trinken eines Aufgusses mit Fieberklee lebensverlängernd wirkt ist nicht belegt. Der Gebrauch ist wegen des Inhaltsstoffes Cumarin, das z.B.  Migräne auslösen kann, umstritten.

In der Küche sind uns die Anwendungen bekannt geworden als wir in Schweden, der Stadt Lycksele, im Lappenmuseum waren, da wurde mit dem Wurzelpulver ein Brot gebacken. Lange Zeit wurde in Großbritannien getrocknete und zerstoßene Fieberkleewurzel als Ersatz für Hopfen zum Bierbrauen eingesetzt. Heute noch ist in den entsprechenden Regionen Tirols und anderen Gebieten sowie der Schweiz der Fieberklee ein Bestandteil des “Magenbitter”. Im Übrigen läßt sich Fieberklee getrocknet entsprechend aufbewahrt ohne Feuchtigkeitseinfluß durchaus bis zu 3 Jahre lagern.

Hinweis:  Keine medizinischen Selbstanwendungen ohne Arzt zu fragen.