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Eugen Roth Psychosomatisches

Eugen Roth  Psychosomatisches

Wei8 Leib und Seel´ gehörn zusammen,

Muß auch manch Körperleidenb stammen

In magischem Zusammenwirken

Aus unsern seelischen Bezirken.

Dochn nicht nur, daß die eigne Seel

Wir unbewußt oft halten fehl:

Schuld trägt auch häufig die Familie

Die manche hoffnungsvolle Lilie

Noch ehr sie recht erblüht ist, knickt:

Die Freude wird im Keim erstickt.

Aus gegenseitgem Sich-erbosen

Entwickeln sich die Herzneurosen.

Nachts kommt besoffen heim der Vater,

Die Mutter schwärmt nur fürs Theater,

Die Schwiegermutter ist recht zänkisch,

Die Tante eingebildet kränkisch,

Am Marke der Familie saugen

Auch noch zwei Brüder, die nichts taugen.

Da spricht der Seelenkundler weise:

Kein Wunder, wenn in solchem Kreise

Bei dergestalten Lebensläufen

Sich, selenleiblich, Schäden häufen.

So war das freilich immer zwar,

Doch jetzt machts Wissenschaft erst klar:

Sie bringt auf neue, stolze Höh

Die alte Lehre vom Milieu.

 

 

Hier die Zitierungsquelle aus dem Buch: >Ein Mensch gilt auf der Welt als gut< ,  von Eugen Roth, Seite:  392 Ausgabe  Ungekürzte Buchgemeinschafts-Lizenzausgabe der Bertelsmann Club GmbH, Rheda Widenbrück. Erscheinungsdatum 1966 Erscheinungsdatum. Verlag Carl Hanser Verlag München  1966

Hinweis: Genehmigung der Veröffentlichung liegt schriftlich vor!