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Freitag, 03. September 2010

Würmer stellen im Menschen immer noch eine Gefahr dar.
Von rolf-lindner, 07:57

 

          Madenwürmer wimmeln besonders im Kinderdarm öfter als man denkt. Die Erkrankungen durch parasitäre Würmer im Menschen sind weltweit verbreitet. Schätzungen gehen davon aus, dass beispielsweise etwa ein Viertel der Weltbevölkerung von Spulwürmern befallen ist. Dank der Tatsache, dass hier zu Lande die Felder nicht mehr mit menschlichen Fäkalien gedüngt werden, spielt dieser Parasit in Deutschland kaum eine Rolle. Bei dem etwa einen Zentimeter langen Madenwurm sieht das anders aus: Weltweit schätzungsweise sind ein Drittel aller Kinder von diesem Parasiten befallen. Auch in Deutschland findet man immer häufiger besonders bei Kindern zwischen dem fünften und zehnten Lebensjahr.

          Infektiöse Eier können über die Finger, Nahrungsmitteln oder Gegenstände in den Mund gelangen. Die ausgewachsenen Parasiten besiedeln den Dickdarm. Nachts, wenn das Kind schläft, kriechen die weiblichen Madenwürmer aus dem After und legen etwa 5000 bis 17000 Eier in nächster Umgebung des Darmausganges ab. Dort lösen sie einen heftigen Juckreiz aus. Das Kind kratzt sich im Schlaf, so gelangen die Eier unter die Fingernägel. Von dort aus zum Mund oder auf Gegenstände. Schwere Gesundheitsschäden verursachen die weißlichen, fadendünnen Eier nicht. Sie sind dennoch äußerst lästig. Durch den Juckreiz kommt es zu Schlafstörungen. Durch Kratzen werden Ekzeme verursacht. Auf Grund des einfachen Ansteckungsweges entsteht ein circulus vitiosus. Nicht nur das die Betroffenen sich selbst immer wieder anstecken, auch Familienmitglieder werden nach und nach infiziert. Die Eier bleiben etwa zwanzig Tage lebensfähig und haften in Kleidern, dem Bettzeug oder sie sind Bestandteile des Hausstaubs. Bei Kindern die über nächtliches Afterjucken klagen sollte Madenwurmbefall als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden. Nur manchmal sind die kleinen Würmer im Stuhlgang sichtbar. Ein sicherer Nachweis gelingt mit dem „Tesafilm Test“. Ein Streifen wird morgens auf den Anus geklebt und gleich wieder abgezogen. Nun können unter einem Mikroskop die haftenden Eier erkannt werden. Ist der Befall sicher festgestellt sollte schnell gehandelt werden um eine Ausbreitung zu verhindern.

        Die Behandlung besteht im Wesentlichen aus der Einnahme eines entsprechenden Medikamentes und entsprechenden Hygienemaßnahmen. Das heißt Fingernägel kurz schneiden, tägliches wechseln von Wäsche und Bettzeug, Hände waschen nach jedem Toilettengang. Alle übrigen Haushaltsmitglieder sollten diese Regelung ebenfalls befolgen. Weniger harmlose Parasiten sind Bandwürmer wie beispielsweise der Schweinebandwurm. Sie kommen in Deutschland weniger vor. Zugenommen hat in den letzten Jahren das Vorkommen des Rinderbandwurms.

       Der für Menschen gefährliche und gefürchtete Fuchsbandwurm ist unter Füchsen weit verbreitet. Gebietsweise sind bis zu 50 Prozent der Tiere betroffen. Man kann davon ausgehen das die Anzahl der im Wald verstreuten Bandwurmeier sehr hoch ist. Zu Infektionen beim Menschen kommt es zwar eher selten, schätzungsweise gibt es im Jahr zehn neue Erkrankungsfälle. Da es bei einem Wurmbefall zu schweren Krankheitsverläufen kommen kann, sind Vorsichtsmaßnahmen angebracht. Selbst gesammelte Waldfrüchte und Pilze sollten vor dem Verzehr immer gründlich gewaschen werden.

 


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