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Freitag, 03. September 2010

Tanzen, geht in jedem Alter! Wenn ein Angebot da ist.
Von rolf-lindner, 07:51

 

              Leider fehlt es an Angeboten, denn Gerda und Karheinz, Christel und Matthias, Angelika und Dieter, sie alle würden ja gerne zum Tanzen gehen, aber wo?

„Dieser Walzer gehört mir“, betont Elisabeth, 62 gegenüber ihrem Tischbekannten Karl, 65. Sie steht auf und fordert ihn auf die Tanzfläche. Im Schwung des Dreivierteltaktes bewegen sich beide im Rhythmus. Die Musik zieht die Paare auf das Parkett. Mittwochs ab 15:00 Uhr ist Tanzzeit. Lachen ist hier kein künstliches Darstellungsgebärden sondern kommt von Herzen. Es ist Ausdruck der Lebensfreude. „Harmonie wird hergestellt und es macht Spaß“, berichten die Beiden. Der Saal ist zwar nicht ganz voll, kein Gedränge, dadurch lässt sich die Kreation des Wiener Walzers voll in seinen Figuren ausschöpfen. Kreuzschmerzen? Im Gegenteil. Die Beiden haben sich kennen gelernt beim Orthopäden welcher gegen das Knieleiden einerseits und den plagenden Kreuzschmerzen andererseits Bewegung verordnete. Die Gymnastikstunden waren den Beiden etwas zu ernst und so suchten sie beide unabhängig voneinander eine Alternative.

         Vor einigen Jahren haben sich beide beim Cha-Cha-Cha erst richtig kennen gelernt. Seither frönen sie einmal in der Woche ihrer Tanzleidenschaft und die Kniegelenksbeschwerden von Elisabeth sowie die leidigen Kreuzschmerzen von Karl sind wie weggeblasen. Passendes Schuhwerk kann die Schritte noch eleganter werden lassen.

         Theresia und Rolf, sie haben spät, sehr spät einen Tanzkurs belegt. Ende der achtziger Jahre fing es an und ging bis Mitte der Neunziger. Sie sind ein Ehepaar das 1966 heiratete, hatten Spaß am Tanzen gefunden. So ging es weiter bis zum Goldkurs. Dennoch, die Figuren beim Samba, Rumba, Tango, Cha-Cha-Cha, usw., die sie gelernt haben gehen heute bei den Beiden über 60-ern nicht mehr so. Doch sie gehen immer noch (un)regelmäßig aus. "Wenn es nicht soweit währe zum nächsten Tanzort, von hier 30 Kilometer", sagt Rolf der Niederrheiner, "dann würden wir öfter gehen". Im Mai waren beide in Paris. Im Moulon Rouge ließen sie bei den Klängen des langsamen Walzers mit figürlicher Eleganz getanzt die Gäste staunen. Ihre Enkel sind bereits so arrangiert das sie sich von den Großeltern die Grundschritte beibringen lassen wollen.

        Einer Outfitstudie des Spiegelverlages zufolge gehören neben dem Schwimmen, Radfahren, das Tanzen mit bisher allerdings nur zwölf Prozent, zu den geselligen Sportarten. Im Deutschen Tanzverband sind etwa 200000 Jugendliche und Erwachsene organisiert. Davon sind etwa 21000 über 60 Jahre alt. Wie viele sich regelmäßig zum Standard- und Lateintanzen verabreden ist nicht bekannt. Viele haben im jungen und mittleren Alter ausgesetzt um für die Familie, Die Kinder, den Beruf, da zu sein. Meist bringen die Kinder, selbst bereits Erwachsene, die Eltern auf die Idee etwas Sinnvolles mit der Freizeit anzufangen und dazu etwas für die Gesundheit der Bewegungsmuskeln und des Skelettsystems, sowie für die Psyche, zu tun. Tanz ist nicht nur harmonierende Bewegung. Es ist das sich los lassen. Gleichzeitig imDrehen und richtigen Moment den Partner führend in den Arm nehmen, es sind gesellige Aspekte. Dabei ist nicht geschulte Perfektion notwendig um sich im Rhythmus zu bewegen und Begeisterung auslösend. Taktgefühl in jeder Hinsicht wird von den Damen honoriert. So sagte uns das Tanzlehrerehepaar: „Jede Bewegung welche dem Rhythmus der Musik folgt ist Tanz, wobei zu einem Foxtrott, Quickstep der Wechsel zu einem Hustle oder Jive, so es im Takt bleibt ist alles zu Tanzen“.

 

         Neue Gesichter zu sehen, sich unterhalten, den Alltag vergessen und etwas für die Fitness tun ohne sich mit Gewalt einem Training unterwerfen zu müssen, das bringt Tanzen. So treffen sich Elisabeth und Karl mit Agnes und Paul, Dieter und Hannelore, Edwin und Marion, regelmäßig. Eine familiäre Freundschaft ist entstanden.

Beobachtung bei einem Oldietanztee....... Damenwahl, diese Aufforderungbraucht von der Musik nicht angekündigt zu werden, es bleibt beim ersten gespielten Takt ohnehin niemand sitzen. Männer sind ein bißchen tanzfauler als Frauen und bedürfen eher des Anstoßes. So hat Margot in jungen Jahren den „Herrenschritt“ kennen gelernt um so mit einer Freundin tanzen zu können, mangels Männer?

 

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