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Mittwoch, 02. März 2011

Nebenwirkungen möglich: Hinweise auf erhöhtes Asthmarisiko unter Paracetamol
Von rolf-lindner, 07:10

   

Bereits seit längerer Zeit steht Paracetamol im Verdacht, bei Kindern Asthma und andere atopische Erkrankungen wie Rhinokonjunktivitis und Ekzeme zu verursachen. Eine aktuell veröffentlichte Querschnittsstudie (International Study of Asthma und Allergies in Childhood – ISAAC) liefert neue Hinweise, dass auch bei Jugendlichen, die Paracetamol als Analgetikum oder Antipyretikum einnehmen, das Asthmarisiko möglicherweise erhöht ist.  

 

Die ISAAC-Studie ist die weltweit größte epidemiologische Studie mit der Zielsetzung, den Ursachen einer steigenden Rate von Asthmaerkrankungen in den Industrieländern auf den Grund zu gehen. Die Ergebnisse, die im Fachmagazin „American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine“ veröffentlicht wurden, zeigen eine Abhängigkeit des Risikos von der Häufigkeit der Einnahme. Bereits die einmal monatliche Einnahme von Paracetamol führte zu einer Verdopplung des Asthmarisikos. Selbst bei Jugendlichen, die Paracetamol wenigstens einmal im Jahr eingenommen hatten, war das Risiko für die Atemwegserkrankung noch um 43% erhöht im Vergleich zu Gleichaltrigen, die auf das Analgetikum gänzlich verzichteten. Analog stieg während der monatlichen Paracetamol-Einnahme auch die Zahl der Fälle von allergischer Konjunktivitis um 38% gegenüber der Nicht-Einnahme. Ekzeme traten 99% bzw. 31% häufiger auf.

 

Auch wenn die Studienergebnisse aufgrund des Studiendesigns keine direkte Kausalität zwischen der Paracetamol-Einnahme und dem Auftreten einer Asthmaerkrankung bzw. anderen atopischen Erkrankungen zulassen, halten die Autoren der Studie dennoch einen Zusammenhang für sehr wahrscheinlich. Weitere randomisierte klinische Studien sind notwendig, um die Ergebnisse zu verifizieren. 

 

Der zugrunde liegende Mechanismus ist noch nicht abschließend aufgeklärt. Möglicherweise verstärkt Paracetamol die Bildung der Typ2-T-Helferzellen im Rahmen der allergischen Immunreaktion. In der Anwendung bei Erkältungskrankheiten bewirkt es vermutlich eine Unterdrückung der Immunantwort. Folglich wird die Krankheitsdauer, ausgelöst durch Rhinovirus-Infektionen, verlängert, was als Ursache für die Entstehung schwerwiegender asthmatischer Exazerbationen im Kindesalter diskutiert wird.

 

Quelle:  [1] Beasley RW, et al. Am J Respir Crit Care Med 2010, 170:836

 

 

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