Bruchsal: Mit dem Drahtesel durch die Jahrhunderte Von rolf-lindner, 08:17
Bild: Rolf Lindner
Stationen der Schönborn-Radroute sind am Tag des offenen Denkmals, 12. September 2010, zu besichtigen.
Kultur in Bewegung – so lautet das Thema des diesjährigen Tags des offenen Denkmals am 12. September 2010. Kultur und Bewegung obendrein bietet an diesem Tag die Schönbornroute. Sie führt Radelfreunde auf der zirka 40 Kilometer langen Strecke zu zahlreichen architektonischen und kulturhistorischen Denkmalen, die an diesem Tag ihre Pforten für Interessierte öffnen.
Benannt ist die gut ausgeschilderte, ebene Route nach Kardinal Damian Hugo von Schönborn, der 1720 den Grundstein für das Bruchsaler Barockschloss legte. Von Bruchsal aus geht es zum Lußhardtwald,wo die Wendelinuskapelle die Radler erwartet. Sie erinnert an die Wendelinuseiche, die einst einem Hirten und seiner Schafherde Schutz vor einem tosenden Unwetter bot, so dass der Hirte und seine Tiere überlebten.
Bild: Rolf Lindner
In Richtung Waghäusel geht es weiter zur barocken Eremitage, die zu einer Rast einlädt. Kardinal von Schönborn ließ dieses Jagdschlosses inklusive Park und Garten erbauen. Eine Besichtigung ist am Denkmalstag von außen möglich. In unmittelbarer Nachbarschaft erwartet die Radler dann die Wallfahrtskirche Waghäusel: Das ehemalige Kapuzinerkloster aus dem Jahr 1473 lockt noch heute viele Pilger zum „Bild der Jungfrau Maria“, eine 40 Zentimeter hohe Statue aus Kalkstein. Ab 11 Uhr findet an diesem zweiten Sonntag im September ein Wallfahrtsfest statt.
Die Post in Rheinhausen ist die nächste Station – ein Relikt von Kultur in Bewegung par excellence. Die Römer hatten hier schon einen Übergang über den Rhein errichtet. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entwickelte sich die Stelle zu einem wichtigen Knotenpunkt der kaiserlichen Postkuriere. Hier wechselten sie ihre Pferde und übernahmen Post in Richtung Brüssel oder Rom. Eine Fähre sorgte für den Transport über den Rhein. Heute ist die „Alte Post“ das älteste Postgebäude der Region. Das darin beheimatete Postmuseum gibt Aufschluss, wie dereinst die Briefe befördert wurden.
Endstation ist der Dom zu Speyer - das bedeutendste und größte romanische BauwerkEuropas, das seit 1981 auf der Liste der UNESCO-Weltkulturgüter steht. Einen kostenlosen, genauen Routenplan mit Kurzbeschreibung der einzelnen kulturhistorischen Stationen ist bei der Touristinformation Bruchsal erhältlich.
Nähere Informationen zum Tag des offenen Denkmals gibt es auf der Website www.tag-des-offenen-denkmals.de sowie bei der Touristinformation Bruchsal, Am Alten Schloss 2, 76646 Bruchsal, Telefon 07251/50594-61, E-Mail: touristinformation@btmv.de
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